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News-Ticker

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Talk im Turngau

…das ist unsere neue Interview-Reihe. Wir blicken hinter die Kulissen des MHTG und sprechen mit unseren Ehrenamtlichen im Turngau über ihre Arbeit und deren Motivation im Turnsport. Den Anfang macht heute unser Präsident Dieter Meier:

 

Wer bist du? 

Mein Name ist Dieter Meier (68). Ich bin schon seit Kindesbeinen im Turnen. Mein Heimatverein ist, der Turnverein Rheinfelden. Mit 14 Jahren habe ich dann begonnen als Helfer und Übungsleiter im Gerätturnen.

1990 wurde ich Vorsitzender im Turnverein. Da ich es für richtig hielt, dass ein so großer Verein sich auch im Verband engagiert, habe ich mich 1993 als Beisitzer beworben. Damals erschien es mir wichtig, die Sicht der Vereine in den Verband einzubringen. Aufgrund meiner rechtlichen Kenntnisse habe ich mich 1996 bei der Erarbeitung der Satzung mit neuer Struktur sehr stark engagiert. Ich war dann einer der weiteren Vorsitzenden. Damals wurde Ellen Schmid als erste Frau im Badischen Turnerbund erste Vorsitzende eines Turngaus. 2005 wurde ich dann ihr Nachfolger in diesem Amt, das ich seither ununterbrochen bekleide.

 

Was sind deine Aufgaben?

Die primäre Aufgabe sehe ich in der Repräsentation unserer Sportart, die ein breites Spektrum vieler verschiedener Bewegungsformen einnimmt, angefangen vom Kinderturnen über den Leistungsbereich bis zu den unterschiedlichsten Formen von Spiel und Gymnastik. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erfassung der Aufgaben unseres Verbands auf Bezirksebene, so dass wir einerseits Mittler zwischen den Vereinen und dem großen Badischen Turner-Bund sind, andererseits aber auch als Dienstleister der Vereine auftreten. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass der Verband Aus– und Fortbildung betreibt und Wettkämpfe durchführt.

 

Was begeistert dich besonders?

Tatsächlich sind dies unsere Turnfeste, wo man das ganze Spektrum des Turnsports erleben kann. Es sind auch die Turnerinnen und Turner, mit denen man in Austausch gehen kann. Vor allem die sehr friedliche Atmosphäre wird stets hervorgehoben. Umso mehr bedauere ich es, dass wir in den vergangenen zehn Jahren keinen Ausrichter gefunden haben. Dabei war das letzte in Erzingen im Jahr 2015 sehr gelungen und wäre ein gutes Vorbild für ein nachfolgendes Ereignis gewesen.

Gibt es bestimmte Bereiche oder Themen, die dir besonders am Herzen liegen?

Kinder und Jugendliche! Der plakativen Aussage, Kinder sind unsere Zukunft, werden viele nicht gerecht; anders ausgedrückt: die Lobby für Kinder ist kleiner, als häufig wortreich getan wird. So fehlen in unseren Vereinen viele Übungsleiter und Übungsleiterinnen im Kinder- und Jugendbereich. Hinzu tritt, dass im Leistungsbereich auch Trainerinnen und Trainer fehlen. Dies mag auch darauf zurückzuführen sein, dass die Sportart nicht einfach ist und Fortbildung Not tut. Genau in diesem Bereich versuchen wir durch unsere Angebote vor Ort wach zu rütteln, sind aber häufig enttäuscht über die mangelnde Beteiligung. So kommt es immer wieder vor, dass wir trotz zeitiger Ankündigung und mehrfacher Werbung wiederholt Angebote ausfallen lassen müssen. 

 

Was nervt dich an deinem Amt?

Ich kann nicht sagen, dass mich etwas an meinem Amt nervt. Am meisten enttäuscht bin ich, wenn man glaubt, gute Ideen zu haben, die äußerlich Befürworter finden, aber die Bereitschaft von anderen nur gering ist, sich für einige Zeit zu engagieren. So sind es derzeit, vor allem verschiedene Vakanzen in unserem Turngau, für die es sicher eine Vielzahl von geeigneten Personen in unseren Vereinen gibt, die zu finden, nicht so leicht sind.

 

Was kann man hieran ändern?

Tatsächlich haben wir deshalb am vergangenen Gauturntag unsere Struktur grundlegend umgebaut. Spitzenpositionen, die dauerhaft angelegt sind, sind nach wie vor vorhanden. Der bisherige Unterbau wurde aber grundlegend dahingehend geändert, dass nunmehr die Möglichkeit besteht, projektorientiert zu arbeiten. Dies gibt dem Präsidium die Möglichkeit, flexibel nach Personen zu suchen, die nicht von vornherein sich auf eine lange Amtszeit binden müssen.

Schwieriger wird es sein, die Personen zu finden, um insbesondere die Vorsitzenden zu bekommen, die wir für nötig erachten, einerseits, um die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen zu können.

 

Mit welchen Stellenbesetzungen soll angefangen werden?

Am einfachsten wäre es wohl, einen Vizepräsidenten oder -Präsidentin zu finden. 

Die derzeit wichtigste Vakanz ist diejenige des Vorstands für Finanzen. Hier muss dringend ein Nachfolger für unsere kürzlich und überraschend verstorbene Ornella Pokarn gefunden werden.

 

Wie siehst du den Turngau insgesamt aufgestellt?

Hier meine ich, dass wir mit Einführung der Hauptamtlichkeit auf einem guten Weg sind. Begonnen hat es mit der Stelle des Regionalbeauftragten. Es war dann fast schon logische Konsequenz, dass wir auch die Stelle der Geschäftsführerin geschaffen haben. Wir können dadurch Programme ausarbeiten, wie etwa unser ursprüngliches „Mann bleib fit“, mit dem wir speziell Männer ansprechen wollten, um sie zum Sport zu holen. Dadurch sind wir auch näher zu unseren Vereinen gekommen, denen wir stets unsere Unterstützung anbieten. Unser Selbstverständnis ist es, Dienstleister für die Vereine zu sein. Es darf aber nicht verkannt werden, dass das Rückgrat nahezu aller Sportarten die Ehrenamtsstruktur ist, die es jedermann ermöglicht, Mitglied eines Turnvereins zu sein und aktiv Sport für seine Selbstverwirklichung und seine Gesundheit zu betreiben.

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Di, 30. September 2025

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